Chronik

Chronik des TV Klaswipper

1899 - 1999

In der “Festschrift des Turn - Vereins Claswipper” von 1924 weist man darauf hin, daß die ersten Anfänge des hiesigen Turnens in die Achtziger - Jahre des vergangenen Jahrhunderts fallen.
Da heißt es: “Es bildete sich in Rönsahl ein Turnverein, dem auch viele Interessenten aus Claswipper, Ohl und Gogarten beitraten.
Genannt seien hier: August, Karl und Wilhelm Berges, August und Emil Wagener, Otto Herhaus, Fritz Karl Kühr, Wilhelm Stenger und August Fahlenbock.”


Das alte Inventar - Buch des Turnvereins beweist mit dem Eintrag vom 23.6.1898, daß eine Gruppe von jungen Männern dann in Ohl im Saal der Gastwirtschaft “Im Wiesengrund” geturnt hat, und das Inventarverzeichnis vermerkt, daß die Turner Im Hagen schon ein Reck, einen Barren, ein Pferd, zwei kleine Sprungbretter, zwei “Matratzen” (Sprungmatten), eine Trommel, zwei Flöten, einen Stab und ein Schwebereck besaßen.
Immer stärker wurde der Wunsch, in Ohl-Klaswipper einen Turnverein zu gründen. Herr Heinrich Honrath, Lehrer der Schule in Oberklüppelberg und der Turnerei zugeneigt, verfaßte nach Absprache einen Aufruf, der mit den Unterschriften im Original als Gründungsdokument dem Turnverein vorliegt und folgenden Wortlaut hat:

Die Versammlung vom 5.3.1899 nannte den neuen Verein “Turn-Verein Claswipper” und wählte Heinrich Honrath zum “Gemeindewart” (Vereinsvorsitzenden).
Der Vorstand bestand weiter aus: Karl und August Berges - 1. und 2. Turnwart, Karl Wirsel - Schriftführer, Wilhelm Wippermann 2. Schriftführer, Emil Fastenrath -
Kassierer und August Wagener - Zeugwart.

In der ersten Protokolleintragung vom 4. Juni 1899 heißt es: “In der heute anberaumten Generalversammlung standen folgende Gegenstände auf der Tagesordnung:
1.Beratung und Feststellung der Statuten
2.Beschaffung von Mützen
3.Verschiedene Vereinsangelegen-heiten
Die Statuten (Satzung) wurden festgestellt und der Ortspolizeibehörde zur Genehmigung vorgelegt.
Die Versammlung beschloß weiter, daß die aktiven Mitglieder sich Mützen zum Preis von 2,50 Mark zu beschaffen haben. Auch wurde der Kauf eines Vereinsstempels und von 500 Mitgliedskarten beschlossen.”
Der Vereinswirt Andreas Alfer vom Turnlokal “Im Wiesengrund” erklärte sich bereit, eine Geldsumme für die Anschaffung noch notwendiger Turngeräte vorzustrecken.
Sofort begann ein reges, zielgerichtetes Üben; und schon am 4. September 1899 konnte man den Mitbürgern die guten turnerischen Leistungen beim Vereinsfest zeigen. Im Raum Ohl-Klaswipper bestanden damals drei andere Vereine. Seit 1866 gab es den Landwehrverein Claswipper, seit 1885 die Freiwillige Feuerwehr Claswipper und seit 1891 den Kirchenchor Claswipper.
Und bei allem Wirken nun auch des Turnvereins muß man bedenken, daß die Leute zu der Zeit keine Fahrzeuge zur Verfügung hatten. Auch kein Fahrrad. Die Eisenbahn fuhr erst ab 1902 auf dieser Strecke. Die Vereinsmitglieder legten also grundsätzlich alle Wege, zum Teil sehr weite Wege, zu Fuß zurück. Das geschah meistens nach einem sehr, sehr langen Arbeitstag. Es gab noch kein Telefon, auch kein elektrisches Licht in Ohl. Im Vereinslokal brannte vermutlich eine Petroleumlampe, oder Kerzenlicht erhellte den Turnraum. Vielleicht hatte man schon Gaslicht. Elektrizität gab es bei uns erst ab 1906. In Wipperfürth waren 1903 138 Lichtanschlüsse vorhanden.
1900 heißt es im Protokoll: “Die Einladung zur Generalversammlung hat durch Postkarten an die Mitglieder zu erfolgen” und “die Wahl des Vorstandes erfolgt auf ein Jahr in der ersten Generalversammlung des Vereinsjahres mittels Stimmzettel, wobei absolute Majorität entscheidet”.


Aus konfessionellen Gründen, dann aber noch mehr aus turnerischen Gründen, war man in Klaswipper stets nach Oberberg orientiert. Von großem Vorteil war der Eintritt des Turnvereins in den Aggertaler Turngau und damit gleichzeitig in die Deutsche Turnerschaft im Jahre 1900.

Beim Stiftungsfest im Jahre 1901 ließen die Turner die erste Vereinsfahne feierlich weihen. Sie wurde seitdem zu frohen Deutschen und Rheinischen Turnfesten in viele Städte Deutschlands und zu feierlichen Auftritten bei Turngauveranstaltungen mitgenommen.

Seit 1902 hatte man Liederbücher. Nach Schluß der Turnstunden wurden Lieder gesungen und Turnspiele eingeübt. Für die Spiele hatte man je einen Faust- und Fußball und ein Tau zum Hangeln gekauft.

Aufsehen erregte vor dem Ersten Weltkrieg der Turner Fritz Wirsel, der neben dem Vereinslokal Stabhochsprünge übte und bei den Festen vorführte. Er übersprang sogar mehr als 2,30 Meter. Das war sehr beachtlich, denn 1914 sprang der beste Kölner Turner 2,80 Meter.

Die Anschaffung von Musikinstrumenten war für den Verein stets wichtig. Darauf wurde geübt und bei den Stiftungsfesten des Vereins und anderer Vereine musiziert.
Deshalb bewilligte der Vorstand mehrfach Flöten, Trommeln oder neue Felle für die Trommeln. Bekannt ist, daß Otto Paul zeitweise die Musik einstudierte.

1914 gehörten dem Verein 75 aktive Mitglieder an. Es wurde in drei Riegen geturnt. Außerdem war eine stattliche Jugendabteilung vorhanden

Nach dem Kriege kamen in der Weimarer Republik verhältnismäßig schnell wieder Auftrieb und Schwung in den Turnverein. Es setzte eine neue Glanzzeit ein.

Der Vereinswirt Josef Vonnahme und seine Franziska hatten schon damals im Wiesengrund “Selbstbedienung” eingeführt. Wenn die gemütlichen Sitzungen nach den Turnstunden zu lange dauerten, hielten sie schon ein Nickerchen. Im Vertrauen auf die Ehrlichkeit konnten sich die Turner selbst die Getränke einschenken.

Heinrich Honrath legte 1919 seinen Posten als Vereinsvorsitzender nieder. Zum Dank für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. August Berges wählte man zum ersten Vorsitzenden.

Der Vereinsvorsitzende August Berges beantragte am 30.7.1921 in der Gemeinderatssitzung einen Zuschuß zur Instandsetzung des Sportplatzes. Der Platz wurde in Eigenleistung hergerichtet. Am 28.8.1921 wurde er endlich mitten in Ohl eingeweiht. Herr Buchholz hatte “die Weide” für eine jährliche Pacht von 1 Mark dem Turnverein zur Verfügung gestellt.
Der Turnplatz lag damals in dem Winkel Marienheider Straße - Dohrgauler Straße zwischen dem Obergraben und der Wipper, wo heute Zimmermanns Lagergebäude und die Straße ins Alte Ohl sind. Die Wiese war ca. 80 m mal 40 m groß. Man konnte dort alle Bedingungen erfüllen, die bei den Turnerwettkämpfen verlangt wurden.

1929, als der TVC sein Jubiläum feierte, zog der Festzug durch die “Ehren-Pforte” zum Turnplatz. Dort fanden Schauturnen statt und Reigen wurden getanzt.

Kurz vor dem 2. Weltkrieg ist der alte Sportplatz mitten in Ohl verkauft worden.

In der Inflationszeit 1922/23 und während der Weltwirtschaftskrise hatte der Vorstand große Probleme mit der Festsetzung des monatlichen Beitrages, denn die Ausgaben waren sehr hoch. So bezahlte man zum Beispiel am 2.12.1922 für das vergangene Halbjahr 2588 Reichsmark an Turnsaal - Miete und am 20.1.23 betrug die Miete bei Vorauszahlung für das nächste Halbjahr die Summe von 5000 Mark.
Der Kassenbericht für 1922 besagt:
Die Einnahmen betrugen 20.281,45 Mark, davon wurden 19.996,45 Mark in Sachwerten angelegt.
Welche Sachwerte das waren, ist nicht bekannt, aber im Kassenbericht vom 27.1.1924 heißt es: “...zusätzlich besitzt der Verein 30 kg Lötzinn im Wert von ca. 60 Goldmark.”
Der Vorstand plädierte dafür, daß der Monatsbeitrag dem Wert von einem Glas Bier entsprechen sollte, aber die Mitgliederversammlung am 20.1.1923 lehnte das ab und setzte den Beitrag vierteljährlich für Erwachsene auf 300 Mark fest. Schüler, Lehrlinge, Nichtverdienende und Mitglieder der Damenriege sollten 150 Mark zahlen.
Die “Münchner Wettkämpfer”, die Teilnehmer vom Deutschen Turnfest 1923, erhielten “200.000 Mark Entschädigung”. Aber was war das schon, denn ein Brot kostete Ende 1923 über eine Billion Mark.
Der Wert des Geldes sank ins Bodenlose. Mehrere Oberbergische Orte gaben Notgeld aus.
Erst 1925 war der Mitglieds-Beitrag wieder “in Friedenshöhe”. Die Männer zahlten im Jahr 3 Mark und die Frauen 1 Mark Beitrag.

Übrigens, “das Biertrinken bei Turnabenden” wurde erst laut Protokoll vom 21.1.1928 “gestattet.”

1924 - 25 Jahre TV Klaswipper

Das silberne Jubiläum feierte der Verein am 19. Juni 1924 mit einem Kommers und am 20. mit einem gemeinschaftlichen Mittagessen im Vereinslokal. Auf dem Turnplatz in Ohl fand das große Schauturnen statt. Im TVK waren damals insgesamt 140 Mitglieder. Dem Vorstand gehörten an: August Berges, Karl Stenger, Hugo Tietze, Albert Warnholz, Eugen Heeder, Max Vormann, Karl, Emil und Willi Strombach, Moritz Lindner, Ewald Wippermann und Otto Kuckart. Den Ehrenvorsitz hatte Heinrich Honrath und die Ehrenmitglieder waren Kapitän Buchholz und Ewald Kerspe.

Im Protokoll vom 27.5.1925 liest man schon, daß eine große Versammlung der örtlichen Vereinsvorstände und der Lehrerschaft in der Bahnhofsgaststätte den Wunsch äußert, eine Turnhalle im Dorf zu bauen. In den folgenden Jahren wird mehrmals versucht, den Plan zu realisieren, aber man scheitert immer an der Finanzierung.
1926 will man beim Reichsbauamt in Düsseldorf eine Baracke erwerben, die als Turnhalle geeignet sein sollte. Der leerstehende Eiskeller einer Brauerei und ein Lagerhaus in Gogarten waren als Turnhalle im Gespräch. Alles scheiterte.
1931 erst, als die hiesigen Pulvermühlen abgebrochen und die vorhandenen Lagerschuppen verkauft wurden, war die Turnhallenfrage wieder ganz akut. Lehrer Moritz Lindner, seit 1930 Vereinsvorsitzender, und Ehrenvorsitzender August Berges kauften von der IG - Farbenindustrie für den Turnverein zwei Schuppen. Sie bildeten in den Größen 8m x 15 m und 9m x 12m den Grundstock für die 8m x 27m große Turnhalle Im Hagen. In einer außerordentlichen Vereinsversammlung am 20.2.1932 standen mehrere Bauplätze für die Halle zur Debatte. In der geheimen Abstimmung über den Standort “hinter dem Ohlerschen Lager, dem Stück der Fastenrathschen Weide, dem Platz in Neuenhammer und dem Grundstück des Vereinswirts” entschied man sich einstimmig für den Standort am Vereinslokal. Am 8.5.1932 schloß man den Vertrag über das Grundstück zwischen dem Turnverein (Moritz Lindner, Vorsitzender) und dem Besitzer und Vereinswirt (Karl Rothstein) mit folgendem Inhalt:
“Zwischen dem Turn- Verein Claswipper einerseits und dem Vereinswirt Herrn Karl Rothstein andererseits wird folgende Abmachung getroffen:
Herr Karl Rothstein, Hagen, über-läßt sein neben dem Hause gelege-nes Grundstück, Parzelle 500/329 dem Turn - Verein Claswipper
1. kostenlos zu turnerischer Benutzung, so lange der Turn - Verein besteht.
2. Der Turn - Verein hat das Recht, auf oben bezeichnetem Grundstück eine Turnhalle zu bauen, die Eigentum des Turn-Vereins ist und bleibt.
3. Bei Auflösung des Turn - Vereins oder bei Abbruch der Turnhalle geht das Grundstück wieder in unbeschränkten Besitz des Herrn Rothstein zurück.
4. Herr Rothstein bleibt Vereinswirt und übernimmt die Wirtschaft in der Turnhalle bei allen dort stattfindenden Festlichkeiten. Diese Abmachung bleibt auch rechtskräftig für die Nachkommen des Herrn Rothstein.”
Moritz Lindner schrieb hierzu: “Und nun begann ein reges Leben
und Treiben allerorts, nicht nur seitens der Vereinsmitglieder, die die beiden Schuppen vorsichtig in ihre Teile zerlegten, sondern auch von Leuten, die dem Turnverein gar nicht angehörten, die aber nicht abseits stehen wollten, da es galt, ein beispielhaftes Gemeinschaftswerk zu vollbringen.
Waldbesitzer stifteten Bäume für die fehlenden Balken und Fuhrwerkshalter besorgten unentgeltlich den Transport von den Abbruchstellen zum Bauplatz. Hier nun wurde ausgeschachtet, Beton gemischt, gestampft, gemauert, gezimmert, gesägt, gehämmert usw. Turnbruder Adolf Jünger aus
Rönsahl richtet mit seinen Gesellen unter Mithilfe zahlreicher Vereinsmitglieder in kürzester Zeit das Zimmerwerk auf. Alle fehlenden Materialien wie Rheinsand, Schlackensand, Schmiersand, Kalk, Zement, Ziegel, Dachpappe, Schwemm-steine, Nägel, Latten, Kaminsteine, Gipsdielen und vieles andere lieferten die dem Verein angehörenden Baustoffhändler und sie waren bereit, die Beträge zu stunden, bis es dem Verein möglich war zu zahlen. Daß er überhaupt in der Lage war, den Bau in etwa zu finanzieren, das verdankte er seinen Reisekassensparern. Diese Vereinsmitglieder hatten im Jahre 1929 eine Kasse eingerichtet, in die sie mehr oder weniger große Beträge einzahlten, um im Jahre 1933 das Deutsche Turnfest in Stuttgart mitmachen zu können. Nunmehr verzichteten sie ausnahmslos auf den Besuch dieses Festes und stellten ihre Sparbeträge gegen geringe Verzinsung dem Verein für den Turnhallenbau zur Verfügung. Es war eine Summe von 1045 Mark.”
Die Gesamtschulden betrugen aber nach Fertigstellung der Turnhalle über 3000 Mark, das waren nur Materialkosten, denn die Vereinsmitglieder, besonders die arbeitslosen Männer, hatten ohne einen Pfennig Lohn rund 6000 Arbeitsstunden investiert. Und im Bericht darüber steht: “Zahlreiche Namen müßten aufgezählt werden, wollte man alle nennen, die sich um den Bau verdient gemacht haben; jedoch nur zwei Männer sollen hier verzeichnet werden, die allen ein nacheifernswertes Beispiel gaben. Es sind die Brüder Karl und August Berges, die beide fast 1000 Stunden an der Turnhalle arbeiteten.”
Zuschüsse von Gemeinde, Kreis oder Land gab es nicht.
Schon am 28.8.1932 nahm man die feierliche Einweihung beim Stiftungsfest vor. Mit benachbarten Turnvereinen, den hiesigen Vereinen und der Bevölkerung, der Behörde, der Gau- und Bezirksvorstände fand ein großer Festumzug mit Musikkapellen und anschließend ein frohes Fest in der Turnhalle statt.
Der Turnverein Klaswipper war nun “reicher” als die Vereine der Nachbardörfer - er hatte eine eigene Turnhalle. Sie blieb drei Jahrzehnte die einzige vereinseigene Sporthalle in der Gemeinde Klüppelberg.

Die Vereinsführung hatte von 1933 bis 1937 Walter Ohler inne, dann wieder Moritz Lindner. Trotz ungünstiger Verhältnisse konnte der Turnbetrieb aufrecht erhalten werden. Das Frauenturnen wurde gut besucht, 1937 gab es aber keine Männerriege mehr.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrie-ges hörte der Turnbetrieb ganz auf.


Im 2. Weltkrieg waren 17 Männer des Vereins gefallen oder vermißt. Der schon 75-jährige August Berges übernahm am 4.4.1946 den Vorsitz, und dann begann nach sechsjähriger Pause der Turnbetrieb im Turnverein Klaswipper wieder.

1949 - 50 Jahre TV Klaswipper

Der erneute Anfang der Turnerei nach einer Kriegskatastrophe war auch hier sehr schwer; aber nach drei Jahren erfolgte ein Aufschwung, der “die alten Turner mit Freude und Genugtuung erfüllte”, heißt es in der Festschrift vom November 1949 zum 50-jährigen Bestehen des Turnvereins Klaswipper. Die Festschrift hatte Moritz Lindner verfaßt.

Ehrenvorsitzender August Berges hatte bis zum 3.1.1953 den Vereinsvorsitz inne. Die Jahreshauptversammlung wählte Moritz Lindner zum 1. und Walter Ohler zum 2. Vorsitzenden.

Am 8.3.1974 nahmen wir in der Jahreshauptversammlung in der neuen Turnhalle Abschied von der alten Turnhalle Im Hagen. Nach rechtlichen Voraussetzungen standen wir vor der Wahl, die Halle dem Grundstückseigentümer kostenlos zu übergeben oder sie abzureißen. Die Versammlung hat sich einstimmig für das Erste entschieden.

1962 fand ein Wechsel im Vorstand statt. Vereinsvorsitzender wurde Hans Ohler. Zum Ehrenvorsitzenden ernannte die Jahreshauptversammlung Moritz Lindner. Hans Ohler war auch gleichzeitig als Sportabzeichen - Obmann und als “Referent für Sportfragen” tätig. Er schrieb die erste Eingabe an Gemeindeamt und - rat.

Sportplatzbau in Ohl
Nach dem Bau der Schule in Oberklüppelberg 1956 fanden sportliche Wettkämpfe und Turnfeste auf dem Schulhof statt.
Es gab dort eine Sprunggrube und eine festinstallierte Reckstange. Der Lüneburger Stegel, der Barren und andere Geräte wurden aus der Turnhalle Im Hagen mitgebracht.
Nachdem der Gemeinderat und die Verwaltung von Klüppelberg die Bauerlaubnis für den Sportplatz in Ohl erteilt hatten, wurde der erste Spatenstich schon im November 1962 getan. Der kleine Leichtathletikplatz mit Sprunggrube und Kugelstoß - Anlage wurde zusätzlich erstellt.

Neue Turnhalle
Nach der Fertigstellung des Sport-platzes wurde auch ab 1966 der Ruf nach einer neuen Turnhalle laut. Bei allen Jahreshauptversammlungen und in den Mitteilungsblättern war unser Slogan: “Turner auf zum Streite für eine neue Turnhalle!” Viele Schreiben richteten wir an die Verwaltung von Klüppelberg. Im Mai 1970 verfaßten wir ein “Extra - Mitteilungsblatt” an die Ratsherren und die Gemeindeverwaltung. Demonstrativ waren der TV - Vorstand, die Lehrerschaft und einige Mitglieder des Vereins zur Gemeinderatssitzung in Niedergaul erschienen. In der Zeitung hieß es am nächsten Tag: “Heiß und lang war die Debatte, die der Gemeinderat gestern um einen Turnhallenneubau in Ohl führte.” Erst nach einer Beratungspause des Rates und unserer Zusicherung über eine Eigenleistung in Höhe von 100.000 DM stimmte er zwar gegen den Bau einer Sporthalle in der Größe 14 m x 28 m, aber doch noch für die Halle 12 m x 24 m.
Unser Eigenleistungsbetrag konnte aber auf 80.000 DM reduziert werden. Leider regnete es, als Hans Ohler am 8.11.1971 neben der Grundschule in Oberklüppelberg mit einem nagelneuen Werkzeug den ersten Spatenstich vornahm.


Der 1. Vorsitzende Hans Ohler gab aus gesundheitlichen Gründen Anfang August 1972 den Vorsitz ab. Der 2. Vorsitzende Otto Minnich übernahm vertretungsweise die Leitung des Vereins und damit auch die organisatorischen Aufgaben bei den Eigenleistungen.

Ab 18.11.1972 konnten wir die Halle dann schon nutzen.

Zum Schutze des Turnhallenbodens bei Veranstaltungen kauften die heimischen Vereine und die Kirchengemeinde einen zusätzlichen Fußbodenbelag, den Artur Raspe preisgünstig besorgt hatte.
Innerhalb weniger Monate nach der Fertigstellung der Halle konnten 225 neue Mitglieder im Verein begrüßt werden.

Bei der Jahreshauptversammlung am 9. März 1973 hatten wir Hans Ohler zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die Versammlung beschloß eine neue Satzung. Der geschäftsführende Vorstand wurde neu gewählt. Den Vorsitz übernahm Otto Minnich und das neue Amt des Geschäftsführers Günter Johnson.

1974 - 75 Jahre TV Klaswipper

Am 2.2.1974 war der “Große Gauturntag” bei uns in der Turnhalle, den damals Bernd Sattler leitete, wie auch in diesem Jubiläumsjahr.
Im Jahr 1974 richteten wir das letzte “Gemeindesportfest - Klüppelberg” in Ohl aus. Der Turnverein feierte 1974 sein 75 - jähri-ges Bestehen. Wir gaben eine Festschrift heraus und hatten am 20. Juli den großen Festabend in der Turnhalle. Das Programm gestalteten unsere Abteilungen und die heimischen Chöre.

In den Jahren 1977 bis 1979 gelang es uns, das vorhandene Geräte - und Umkleidegebäude im Fachwerkstil am Sportplatz zu erstellen.

Den größten Teil der Materialkosten in Höhe von 15.500 DM hatte die Stadt Wipperfürth übernommen.

1980 und 1981 gelang es uns, zunächst in Eigenleistung, Strom und Wasser vom Dorf zum Sportplatz zu verlegen. Entlang der Dohrgauler Straße wurden in einem Graben die Wasserleitung und das Elektrokabel verlegt. Dann haben wir im nächsten Bauabschnitt mit Hilfe der Firma Gohmann aus Rönsahl die sechs Lichtmasten in die Fundamente setzen lassen. Am 14.3.1981 montierten wir mit Hilfe der Wipperfürther Feuerwehr, ihrer großen Leiter und Thomas Künzel, die Flutlichtlampen an den 16m hohen Masten.
Beim Sportplatzfest der Fußballabteilung haben wir die Flutlichtanlage am 13.6.1981 eingeweiht und uns damit einen vierzehnjährigen Wunsch erfüllt.

Der Parkplatz konnte 1981 in Eigenleistung mit Hilfe der Firma Gohmann erweitert werden. Die Weitsprunganlage mit der 8 Meter langen Grube am Gerätehaus entstand, die beiden 45 m langen Anlaufbahnen sind mit der Schlauchwaage genau eingemessen und dann angelegt worden. Bei den Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik haben wir sie am 19. und 20. Juni 1981 eingeweiht. 1981 war unsere Leichtathletik- Abteilung schon stark gewachsen.

Die Jahre 1899 - 1985 wurden von Otto Minnich, Ehrenvorsitzender des TV Klaswipper, zusammengetragen.

1985
Otto Minnich, Günter Johnson und Heinz Bachmann legten ihre Ämter nieder. Neuer Vorsitzender wurde Horst Reuter, die Geschäftsführung übernahm Hermann Reuter und 2. Vorsitzender wurde Hartmut Schmidt.

1986
erreichten wir die Rekordzahl von 105 Sportabzeichen und 6 Familiensportabzeichen.

1989
war der TV Klaswipper mit 570 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Stadtgebiet Wipperfürth.
In Eigenleistung wurde der Parkplatz am Sportplatz gepflastert.
Erwin Strombach erreichte als erste Tischtennisspieler die Marke von 1.000 Meisterschaftsspielen.

1994
gab es einen Wechsel in der Vereinsführung, 1. Vorsitzender wurde Werner Strombach.

1995
war der Verein mit einer Mitgliederzahl von 708 Mitgliedern weiterhin der zweitgrößte Sportverein im Stadtgebiet.

1999
feierten wir 100 Jahre TV Klaswipper

 

   
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